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SEO ist keine Wissenschaft - auch du kannst was für deine Seite tun

Finger weg von Black-Hat und SEO-Agenturen. Search Engine Optimization ist keine Wissenschaft und kann von fast jedem erfolgreich durchgeführt werden. Der meiste Aufwand besteht in der Keywordanalyse, im Schreiben von qualitativ hochwertigem Inhalt und in der technischen Pflege deiner Webseite.


Wozu überhaupt SEO?

Menschen suchen Hilfe für Ihre Probleme. Anhand der eingegebenen Suchbegriffe ermittelt Google aus knapp 50 Milliarden indexierten Webseiten diejenigen mit der erfolgversprechendsten Lösung für den Benutzer. Auch wenn die Suchmaschinen über die Jahre intelligenter geworden sind, benötigten sie dennoch Unterstützung beim Finden und Bewerten von Webseiten-Inhalten. Deine Aufgabe ist es, Google die Informationen so zu verpacken und zugänglich zu machen, dass Benutzer sie finden.

Keywords, Keywords, Keywords

Solange sich das Suchverhalten um die Eingabe von Begriffen dreht, wird sich SEO weitgehend auch um Suchbegriffe drehen. Als Startup sollte man sich auf Suchanfragen mit 3 oder mehr Wörtern (Long Tail) konzentrieren, da weniger Begriffe meist zu allgemein bzw. mehrdeutig sind. Wenn jemand z. B. nach “DVD Rohling” sucht, könnte er damit eine Kaufentscheidung, Brennsoftware oder einen Herstellervergleich ausdrücken wollen. Aus diesem Grund ermittelt man relevante Keywords längerer Suchanfragen, die von einem möglichst großen Teil der Zielgruppe eingegeben werden und verwendet diese in den Texten seiner Seite.

Der Keyword Research Prozess sieht meist so aus:

  1. Brainstorming

    Zunächst trägt man einfach alles zusammen, was einem als mögliche Suchanfragen von potenziellen Kunden in den Sinn kommt.

    Beispiel: Vermarktest du handwerkliche Dienstleistungen, können ganz unterschiedliche Suchanfragen auftreten. Einige werden nach “Rohrbruch in der Küche”, andere nach “Wasser auf dem Fußboden”, “Abflussrohr abdichten” oder “Klempner in Leipzig” suchen. Je nachdem beinhaltet die Suchanfrage eine Problembeschreibung, ein Symptom oder Lösungsvorschlag.

  2. Primäre Keywords und unterstützende Keywords

    Primäre Keywords sind Suchbegriffe, die deine Dienstleistung sehr gut beschreiben und unter denen du deine Seite gern in den Suchresultaten wiederfinden würdest, z. B. “Klempner” bei dem Handwerkerbeispiel oder “(Brief-)Vorlage” für Brief-wechsel. Unterstützende Keywords schränken die primären Keywords auf eine Nische ein, z. B. durch eine zusätzliche Ortsangabe “Leipzig” oder konkrete Zielgruppe “für Rechtsanwälte”.

  3. Analyse mit einem Keyword Research Tool

    Ziel der Analyse sind Keywords mit geringem Wettbewerb, aber vielen monatlichen Suchanfragen. Befindet sich dein Startup gerade erst im Aufbau, solltest du (vorerst) eine Nische bedienen, in der Konkurrenz sehr gering ist. In diversen SEO-Beiträgen und Vorträgen werden Keywords gern nach einem KPI (Key Performance Indicator) sortiert, z. B.:

     KPI = Suchanfragen ^ 2 / Wettbewerb
    

    Je höher der KPI, umso besser ist das Keyword. Das Problem an dieser Art der Keywordbewertung ist die schwer quantifizierbare Messgröße des Wettbewerbs. Google gibt lediglich den Hinweis wie viele Adwordskunden um ein Keyword werben. Am besten sucht man selbst nach dem betreffenden Keyword und schaut sich die ersten drei Ergebnisse an. Qualität, Titel und Aktualität der Webseiten geben einen guten Eindruck von den Wettbewerbern.

    Beispiel: Für Suchanfragen “Vorlage für Kündigung” hat Brief-wechsel bis heute eine zu starke Konkurrenz, um eine relevante Positionierung zu erreichen. Unter diesen Suchbegriffen findet man bereits etablierte Domains, Seitentitel und Inhalte, die genau diese Wörter beinhalten. Würde ich mich beim Verfassen meines Inhalts allein darauf beschränken, könnte die Seite sehr lange auf relevanten Traffic warten. Für die konkretere, aber weniger frequentierte Suchanfrage “Vorlage für Kündigung Zusatzpaket Kabeldeutschland” erzielt Brief-wechsel hingegen sehr gute Platzierungen und Traffic, da hier entsprechende Konkurrenz fehlt.

  4. Bewertung bestehender Keywords

    Wenn die Besuchszeit für ein existierendes Keyword weit unter der durchschnittlichen Besuchszeit deiner Seite liegt, ist das ein guter Hinweis darauf, dass das Keyword nicht zur Seite passt. Es geht nicht nur darum gefunden zu werden, sondern auch das Problem des Besuchers zu lösen. Zudem lässt Google die Besuchszeit für das Keyword auf deiner Seite in die Bewertung einfließen. Jemand der sehr schnell wieder auf Google zurückkehrt und weitersucht, hat nicht das gefunden, wonach er gesucht hat.

Inhalt

Mithilfe der primären und unterstützenden Keywords kannst du deine Webseite optimieren. Änderungen an einer bestehenden Seite beinhalten immer ein gewisses Risiko. Hier sollte man im Anschluss unbedingt die Traffic-Entwicklung beobachten. Alternativ und sofern sinnvoll, kann für jedes Keyword eine Unterseite erstellt werden. Dies kann entlang der Produkte geschehen, die du anbietest oder entlang der Problemstruktur: Symptom, Beschreibung, Lösung.

Beispiel: Auf Brief-wechsel gibt es diverse Vorlagen für Kündigungen, Anträge auf Ratenzahlung, etc., für die alle eine Unterseite erstellt wurde und die über eine eigene URL aufrufbar sind. Bei dem Handwerkerbeispiel können Hinweise zur Ursachendiagnose und eine Do-it-yourself-Anleitung bereitgestellt werden.

Die wohl schwierigste Aufgabe dabei ist das Schreiben von richtig gutem Inhalt. Bei Texten ist es wichtig, nicht fachspezifische Ausdrücke, sondern eben die Wörter und Begriffe zu gebrauchen, die deine Keywordanalyse ergeben hat. Dabei geht es nicht darum eine möglichst hohe Keyworddichte zu erreichen, vielmehr sollten Überschriften und Texte natürlich klingen und entweder Wissen oder ein Unterhaltungswert bieten. Nur so hast du auch eine Chance auf anderen Webseiten verlinkt zu werden.

Technische Richtlinien

Zu den wichtigsten technischen Details gehören aussagekräftige, eindeutige und funktionierende URLs sowie valides HTML-Markup. Eine erste Anlaufstelle sind die Richtlinien, die Google selbst bereitstellt:

Zudem sollte man seine Seite bei Webmastertools eintragen. Dort kannst du dir Verbesserungsvorschläge und Crawling-Fehler anzeigen lassen.

URLs und Links

Sowohl interne (innerhalb deiner Webseite) als auch externe Links (zeigen auf andere Webseiten) sollten einwandfrei funktionieren. Ein Tool zur Überprüfung von Links ist z. B. Screamingfrog (kostenlos).

Die URL zu einer Unterseite sollte nach Möglichkeit kurz den Inhalt beschreiben, z. B. “domain/kuendigung-vorlage” oder “domain/rohrbruch-in-der-kueche” und nicht aus numerischen IDs bestehen. Verwende deine ermittelten Keywords, sofern sich die Seite darum dreht. Weiterhin solltest du doppelten Content vermeiden, d. h. jede Seite darf nur über eine URL aufrufbar sein. Ansonsten solltest du mit Cononical Links auf das Original verweisen.

Wissenswertes über URLs:

HTML-Tags und Microdata

Versuche dich an die HTML-Spezifikation des W3C (Validation Service) zu halten und entsprechende HTML-Tags zu verwenden. Beispielsweise sollten Überschriften innerhalb der <h1> – <hX>-Tags, Navigations-Elemente innerhalb des <nav>-Tags platziert sowie Bilder mit einem <alt>-Tag versehen werden. Sie helfen Suchmaschinen Informationen strukturierter zu verarbeiten und für Besucher zugänglich zu machen.

Einige interessante HTML Tags findest du auf

Zu den Must-Have-Tags gehören

  • Seitentitel
  • Meta Beschreibung – wird von Google bei Bedarf bei Anzeige der Suchresultate verwendet
  • eine Seitenüberschrift

Damit Suchmaschinen den Inhalt deiner Seite besser verstehen, helfen sogenannte Rich Snippets. Damit lassen sich Produkte, Bewertungen oder Autor-Informationen gesondert kennzeichnen.